Der Weg der Familie

Die ältesten bekannten Vorfahren, die Familie Roos, sind aus dem Kirner Land im Westen Deutschlands. Dieses Gebiet gehörte zeitweilig zur französischen Republik. Ende des 18. Jahrhundert sind sie nach Osten in das Grenzgebiet Preußen/Galizien gezogen. Ich habe ihre Spuren im Kirchenbuch Biala gefunden. (In der katholischen Kirche der Stadt wurden auch die Einträge für die protestantischen Kolonisten aus dem Dorf Czarnylas aufgezeichnet). Diese Stadt kam nach der ersten polnischen Teilung 1772 zu Galizien, das zum Habsburgerreich gehörte. Die Stadt lag direkt an der preußischen Grenze. In diesem Gebiet befand sich lange Zeit eine starke protestantische Insel. Im Kirchenbuch von Biala sind viele Roos zu finden. Die Einträge sind häufig von den Zeugen und Paten unterschrieben. Hier ein Beispiel:

historische Unterschrift
Frydryk Roos aus Czarnylas

Laut Kirchenbuch Biala ist am 1. Juni 1840 um 14.00 Maria Kristina Roos in Czarnylas geboren. Ihr Vater war Heinrich Roos und ihre Mutter Anna Katharina Völkle. Als Paten sind genannt Jacob Holler und Maria Zerfass. Maria Kristina wurde später Marianne genannt. Um 1860 hat sie meinen Ururgroßvater August Schulz geheiratet.

August Schulz ist am 23. Januar 1840 in Feliksow geboren. Im Kirchenbucheintrag sind seine Eltern genannt: der Schenkwirt in Feliksow Michael und seine Mutter Eleonore, geborene Kriese. Gefunden wurde auch ein Heiratseintrag, des 1830 geborenen Bruders von August:

Kirchenbuch der Ev.-Augsb. Pfarrgemeinde Dziepolc Trauung Nr. 15/1857 getraut am 8. November 1857 in Dziepolc

Dem Sterbeeintrag von Augusts Mutter ist zu entnehmen, dass es noch eine Schwester Juliane gab:

Kirchenbuch der Ev.-Augsb. Pfarrgemeinde Dziepolc Tod Nr. 37/1846

Michael hat lt. Kirchenbuch noch ein zweites mal geheiratet:

Zweite Ehe am 16. September 1851 in Dziepolc (Nr. 15/1851)

Nicht ganz fünf Jahre später ist er in Polen verstorben:

Kirchenbuch der Ev.-Augsb. Pfarrgemeinde Dziepolc Tod Nr. 2/1856

Michaels Vater war also Schäfer. Michael selbst Landwirt, Schenkwirt, Tagelöhner und am Ende seines Lebens Bettler.

Wann August Schulz mit seiner Familie nach Wolhynien kam, liegt noch im Dunkeln. Auf alle Fälle hat sein Sohn Gottlieb am 9. Februar 1888 in Roshitsche Susanna Lengert geheiratet. Auch die Eltern von Susanna sind aus Mittelpolen nach Wolhynien gekommen. Ihre Eltern Johann Christoph Lengert und Caroline Griffel haben am 1. November 1845 in Kielce geheiratet. Im Heiratseintrag ist zu lesen, dass sie in der Gemeinde Lopushno in der Kolonie Antonielow lebten. Die älteren Geschwister von Susanna Lengert sind noch in Karolinow und Mariannow in Polen geboren. Erst die Schwester Juliane Lengert ist 1865 in Saostrow/ Wolhynien geboren. Die Umsiedlung muss also zwischen 1864 und 1865 statt gefunden haben.

Auch zwei Brüder meiner Ururgroßmutter Maria Kristina Roos sind nach Wolhynien gezogen: Heinrich Roos und seine Frau Anna Zerfass sind mit ihren Kindern aus Czarnylas nach Romanowka/Niemer in Wolhynien gewandert. Ihre Tochter Elisabeth Rosalie ist am3. Juni 1868 in Wolhynien geboren. Marias Bruder Jacob Friedrich Roos ist am 29. Dezember 1874 mit 43 Jahren in Romanowka gestorben.

Wahrscheinlich hat die Familie Schulz um 1870 Polen verlassen. Kongresspolen stand unter Russischer Herrschaft und 1861 fand der zweite polnische Aufstand statt. Im Zuge dieser Auseinandersetzungen hatten die meist schlesischen Siedler im Raum Petrikau unter den Polen zu leiden. Die Kolonie Saostrow und auch Wincentow in Wolhynien nahm Deutsche aus diesem Gebiet Polens auf. In Russland war gerade die Leibeigenschaft der Bauern abgeschafft worden. Die meist polnischen Gutsherren, hatten Mühe ihre Ländereien zu bestellen. Sie heuerten die Deutschen in Polen an - nicht die Zarenregierung. Meist wurde das Land auf 12 Jahre verpachtet. Häufig war es Urwald und Sumpf. Es musste also durch Rodung und Trockenlegung erst urbar gemacht werden. Es ist überliefert, dass viele Deutsche in diesem Gebiet Land urbar machten, verkauften und dadurch die Mittel hatten eigenes Land zu kaufen. Gottlieb hat 1910 im Gubernium Minsk Land gekauft. Es ist auch überliefert, dass Familie mit Waldarbeiten beschäftigt war. Vielleicht haben sie auch auf diese Weise das Geld für den Landkauf erarbeitet?

Es ist auffällig, das in den vorhandenen Geburts-, Konfirmations- und Hochzeitseinträgen in den Kirchenbüchern verschiedene Kolonien als Wohnsitz auftauchen; aber alle in der näheren Umgebung von Saostrow. Die Familie war sehr groß, von Susanna haben wir sieben Geschwister gefunden (einige mit Ehepartnern und Kindern)- auch alle im genannten Gebiet. Es ist ziemlich sicher, dass auch Gottlieb noch Geschwister hatte. In den Kirchenbüchern von Roshitsche "schulzt" es nur so! Wie die familiären Zusammenhänge sind ist noch zu klären.

Gottliebs Mutter Marianne Schulz, geb. Roos starb am 16. Januar 1877 im Alter von 37 Jahren in Romanowka/Niemer (in der Nähe von Saostrow). Zu dieser Zeit war Gottlieb 11 Jahre alt. August Schulz hat am 2. März 1877 Dorothea Ruppel geheiratet. Sie war gebürtig in Glinisch, ihr Vater war Schuhmacher.Im Kirchenbuch ist vermerkt, dass es Auseinandersetzungen mit Augusts Kindern im Zusammenhang mit der Hochzeit gegeben hat. In diesem Kirchenbucheintrag befindet sich auch ein Hinweis auf Augusts Vater: Michael Schulz geboren in Felixhof/Petrikau.

Gottlieb war ein kluger, weltoffener und umtriebiger Mann. Er konnte sich in fünf Sprachen verständigen: Deutsch, Polnisch, Tschechisch, Russisch und Hebräisch. So konnte er sich mit den verschiedenen Einwohnern des Gebietes verständigen und handeln.

Es wird erzählt, dass er mit Pferd und Wagen von zu hause losgefahren ist und nur mit der Peitsche in der Hand zurück kam. Verspielt, versoffen? Wie auch immer, es gab Verluste.

Auf seine Kinder bezogen soll er gesagt haben: "Ich brauche Arbeiter und keine Sterndeuter".
Die Jungen sollten soviel lernen, dass sie als Soldaten einen Brief nach hause schreiben können - mehr war nicht erforderlich. Die Mädchen sollten spinnen, weben, kochen, backen und nähen lernen. Was eine Frau eben so können muss!

In diesem Zusammenhang steht, dass in Wolhynien die Kolonisten alles selbst herstellten, sie waren Selbstversorger.

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Familienausweis 1910 ausgestellt vom Zarenreich

Die Schule wurde von den deutschen Kolonisten in Selbstverwaltung organisiert. In den meisten Fällen führten die Kantoren den Unterricht in den Wintermonaten durch. Der Unterrichtsort war die Kirche oder in vielen Kolonien der Betsaal. Die Kinder von Saostrow sind in Wincentow zur Schule gegangen. Die Pastoren kamen zwei bis dreimal im Jahr in die Kolonien und erledigten alles Angefallene. Taufen führten häufig auch die Kantoren durch. Die Hochzeiten fanden jedoch in Roshitsche in der großen Kirche statt. Da nahmen die Kolonisten den weiten Weg auf sich, so auch Gottlieb und Susanna.

Ab den achtziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts, hatten die deutschen Kolonisten mit den Russifizierungsbestrebungen der Regierung zu kämpfen. Die Selbstverwaltung wurde massiv eingeschränkt. So auch die Schulaufsicht: Russisch wurde Unterrichtssprache, Lehrer wurden nun von der Regierung eingesetzt.

Das ist vielleicht auch ein Grund, warum die meisten Schulzkinder in Wolhynien nicht zur Schule gegangen sind.

Es war sehr weitsichtig und glücklich, dass Gottlieb Land im Minsker Gubernium kaufte. Westwolhynien kam nach dem ersten Weltkrieg zu Polen. Die Polen haben die Kolonisten nicht gut behandelt und quasi enteignet. So gab es ein Gesetz zur Landübernahme nach langjähriger Pacht in der Zarenzeit. Das klang erst einmal sehr gut. Der Pferdefuss war aber, dass alle die länger als ein Jahr ihren Höfen fern waren, von diesem Gesetz ausgenommen wurden. Das betraf fast alle deutschen Kolonisten in Wolhynien, da sie 1915/16 weit nach Osten von der anrückenden deutschen Front weg getrieben wurden. Diese Menschen konnten erst nach der Oktoberrevolution zurückkehren. Das so "gewonnene" Land wurde an polnische Soldaten verteilt.

Die Schulz Familie fand zwar ein zerstörtes Haus nach der Rückkehr von der Flucht 1917 vor, hatte jedoch noch ihr Eigentum.

Gottlieb hat in der Provinz Minsk Land gekauft. 1910 ist die Familie dorthin gezogen. 1918 haben sie Russland Richtung Deutschland verlassen. Gottlieb wollte gern nach Amerika - aber Susanna um keinen Preis!

Ich habe die Kolonie Romanowka im Gubernium Minsk auf der Karte gefunden. Inmitten der riesigen Pripjatsümpfe umgeben von riesigen Waldgebieten.

Es gibt auch Erzählungen über die Wildheit der Natur:
Im Winter auf einer Schlittenfahrt nach hause, kamen die Wölfe dem Schlitten immer näher. Gottlieb wusste, dass sie nicht vor den Schlitten kommen dürfen - dann würden sie den Pferden die Kehle durch beißen und die Schlittenfahrer hätten keine Chance mehr ihnen zu entrinnen. So wurde das Stroh, welches zum wärmen auf dem Schlitten war, angezündet um die Wölfe abzuwehren und die Pferde wurden getrieben. Mit letzter Not konnte die Familie den Hof erreichen.
In diesem Zusammenhang wurde erzählt, dass auch die Hunde im Winter nicht vom Hof durften; sie wären Opfer der Wölfe geworden.

altes Geschwisterbild
Familienfoto Schulz Anfang der zwanziger Jahre

1918 zog die Familie mit Hilfe der Deutschen Armee nach Deutschland. Sie waren nun sogenannte Rückwanderer. Über das Lager Pruzana, das Gut Jastremken /Kreis Flatow kamen sie 1919 in Brandenburg, auf dem Gut Klein Eichholz an. 1924 zog Gustav Schulz mit seiner Frau Auguste Neumann nach Scaby. Er arbeitete dort als Schweizer. Ab Oktober 1927 bemühte er sich um die Naturalisierung; die Anerkennung als deutscher Staatsbürger. Aus dem Potsdamer Landesarchiv habe ich dazu einen dicken Packen Kopien der Antragsunterlagen erhalten. Der Amtsvorsteher des Dorfes Prieros bescheinigt ihm am 10. Dezember 1927 eine gute Führung während seiner Arbeitszeit vom 17. Oktober 1919 bis zum 28. März 1924 auf dem Gut Klein Eichholz. Die Dienststelle des Landrates von Beeskow hat Gustav am 7. Mai 1927 den Personalausweis Nr. 4 als Paßersatz für das Reichsgebiet ausgestellt. Dort ist zu lesen, dass er in Scaby wohnt und staatenlos ist seine Gestalt ist "mittel", seine Haare dunkelblond, seine Augen braun und seine Gesichtsform oval. Die Reichsstelle für das Audwanderungswesen bescheinigt nach Prüfung der vorgelegten Unterlagen, dass er deutschstämmiger Rückwanderer ist. Ein handgeschriebenen Lebenslauf berichtet sehr knapp über die Stationen seines bisherigen Lebens: Geburt in Romanowka, Schulzeit, Arbeit in der Landwirtschaft der Eltern, 1914 mit 21 Jahren zum russischen Millitär eingezogen, in der Türkei eingesetzt, 1915 dann in Galitzien, dann österreichische Gefangenschaft in Böhmen. Von dort geflüchtet und über Wolhynien, Brest Litowsk nach Klein Eichholz gekommen, wo er die Familie wiederfand.

Gottlieb und Susanna mit den Kindern Martha, Natalie, Adolf und Emanuel zogen nach Philadelphia bei Storkow. Zuerst arbeiteten sie dort auf dem Rittergut Stutgarten. Natalie und auch ihr Bruder Adolf heirateten und ließen sich dort nieder.

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Die Geschwister Gräf um 1920

Am 15. September 1929 haben meine Großeltern Natalie Schulz und Karl Gräf in Storkow geheiratet. Karl Friedrich Gräf ist am 1. September 1904 in Philadelphia geboren. Seine Eltern waren Karl Gräf und Klara * Krüger. Der Hof seiner Eltern Karl und Klara war damals noch das originale Kolonistenhaus der Siedler, die Philadelphia gegründet haben. In der Küche soll noch eine offene Esse gewesen sein. Im Kirchenbuch von Groß Schauen und Philadelphia finden sich bei den Einträgen für das Gebiet des heutigen Dorfes Philadelphia verschiedene Ortsangaben: Gut Stutgarten, Hammelstall und Philadelphia. Die Kolonisten des 18. Jahrhunderts waren mit der Ortsangabe "Hammelstall" nicht einverstanden und wendeten sich mit der Bitte um eine andere Ortsbezeichnung an König Friedrich II. Dieser soll verfügt haben, dass der Ort den Namen Philadelphia tragen soll. Die Familie Gräf war unter den ersten Kolonisten. Mein Großvater Karl Gräf erzählte, sie seien aus Sachsen gekommen.

Karl hatte zwei Geschwister: den älteren Bruder Georg und kleine Schwester Alwine.

Der Vater Karl Gräf war Maurer. Die Wirtschaft, die zur Kolonistenstelle gehörte war klein. Den Söhnen wurde eine Ausbildung ermöglicht: Georg lernte das Zimmermannshandwerk und Karl wurde Schmied bei einem Meister in Reichenwalde. Georg zog nach seiner Heirat nach Alt Stahnsdorf und übernahm dort eine Wirtschaft. Im 2. Weltkrieg wurde er eingezogen und gilt als vermißt. Alwine blieb im Elternhaus und lebte dort mit ihrer Familie.

Natalie und Karl haben sich vielleicht auf dem Gut kennen gelernt? Oder beim Tanzen? Wie auch immer - seine Eltern waren gegen die Hochzeit mit Natalie. Als Hofbesitzer, war ihnen die Gutsarbeiterin aus dem Osten zu gering. Karl hat Natalie ohne Zustimmung seiner Eltern geheiratet. Er hat zu dieser Zeit auf dem Bau in Spandau gearbeitet und "gutes" Geld verdient. Natalie war in Stellung in Charlottenburg. Sie waren also unabhängig. Auf dem Hochzeitsfoto fehlen die Eltern des Bräutigams. Der Vater Karl soll in der Kirche zum Traugottesdienst gewesen sein.

altes Hochzeitfoto
Hochzeitsfoto von Natalie Schulz und Karl Gräf. Rechts neben dem Brautpaar sitzen Susanna und Gottlieb. Auf der linken Seite Gustav und seine Frau. Hinten rechts steht Natalies Bruder Adolf und hinten in der Mitte sind Schwester Martha und Bruder Emanuel zu sehen.

1930 gingen Karl und Natalie zurück nach Philadelphia auf das Gut Stutgarten. Gottlieb und Susanna lebten bei ihnen. Es war die letzte Station ihrer weiten Lebensreise.

Erntefest Stutgarten
Erntedankfest Gut Stutgarten, um 1925

Anfang der vierziger Jahre tauchte dort Gottliebs Schwester Marjanna auf. Im Bundesarchiv Koblenz konnte ich recherchieren, dass sie im Zuge der Umsiedlung von Deutschstämmigen aus Rußland ins Warthegau, am 19.1.1940 von Olganowka in das Lager Pabianice kam. Marjanna war mit Christian Lenau verheiratet und hatte einen Sohn Emil Lenau. Emil ist mit seiner Frau Pauline Schapper und 7 Kindern am 19. Januar im Lager Pabianice angekommen. In den Fragebögen zur sippenkundlichen Erfassung des Rußlanddeutschtums, die im Koblenzer Bundesarchiv zu finden sind, konnte ich die Spuren von Nachfahren der Ururgroßeltern Generation aus Mittelpolen verfolgen. Alle die nach dem 1. Weltkrieg zurück nach Wolhynien gingen und nun in das Warthegau umgesiedelt wurden, tauchten dort auf: Neffen meiner Urgroßmutter Susanna Lengert mit ihren Familien, Kinder aus der zweiten Ehe meines Ururgroßvater August Schulz mit Dorothea Ruppel und auch Kinder der Brüder meiner Ururgroßmutter Maria Kristina Roos habe ich gefunden. Bei nicht wenigen war der Vermerk der Auswanderung nach Amerika zu finden. Einige berichteten über ihre Erlebnisse während der Vertreibung 1915/16. So sind Familienangehörige nicht nur nach Osten in die Wolgagebiete und nach Sibirien gekommen sondern auch nach Taschkent inasiatische Gebiete. Darüber hat die Schwester meiner Großmutter Martha Schulz auch berichtet. Hier war erstaunlich für mich, dass mehrere Vorfahren um 1918/20 bereits in Deutschland waren und wieder zurück in die Heimat Wolhynien gegangen sind.

Verwandte meines Großonkels Gustav Schulz sind in den dreißiger Jahren über China nach Brasilien ausgewandert. Eine Enkelin, Erica Margita Neumann-Durtschy, hat darüber ein Buch geschrieben: "Die Flucht aus dem roten Paradies".

Die Suche nach meinen Vorfahren hat mich zu unerwarteten Orten geführt und mein Verständnis für das Leid von Flucht und Vertreibung geschärft. Meine Großmutter Natalie Schulz war eine sehr geachtete Frau, sie hatte kaum Schulbildung aber eine große Lebensweisheit die ihre Wurzeln ganz bestimmt auch in den Erlebnissen auf ihrem weiten Lebensweg hatte. Ich bedauere heute, so wenig danach gefragt zu haben.