Lebensweg der Natalie Schulz

Aufgeschrieben von ihrer Enkelin Daniela in Philadelphia (Mark Brandenburg)

Die Geschichte der Natalie Gräf, geborene SCHULZ, Tochter von Gottlieb SCHULZ und Susanna LENGERT aus Zaostrow in Wolhynien, ihre Erlebnisse während des 1. Weltkrieges und der Neuanfang in Weißrussland, die Übersiedlung nach Westpreußen und später nach Philadelphia in Brandenburg.

Die Geschichte beginnt am 16.12.1906 in Wolhynien, in Russland, nahe der österreichischen Grenze. An diesem Montag wurde in einem einfachen Bauernhaus, in einer deutschen Siedlung ein Mädchen geboren, dem die Eltern den russischen Namen Natalie gaben.

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Karte Wolhynien-Seite der Wikipedia

Diese Natalie war ich. Meine Eltern wurden in Russland geboren, waren aber Deutsche, da ihre Eltern aus Deutschland auswanderten und nach Russland gingen.

Meine Mutter war eine einfache, fleißige, ängstliche, unwissende und liebe Frau Ihr Mädchenname war Susanna Lengert. Sie hatte neun Geschwister. Sie wurde am 16. Dezember 1870 geboren und ist am 5. August 1954 gestorben.

Mein Vater dagegen war ein gebildeter Mann. Er sprach Deutsch, Russisch, Polnisch und Tschechisch. Er ist am 7. Mai 1865 geboren und am 10. Juni 1930 gestorben.

Damals bestimmten die Eltern wen man heiratete und so war es auch noch bei meinen Eltern:

Meine Mutter kam vom Kühe hüten und wunderte sich, dass zu Hause gefeiert wurde. Man teilte ihr mit, dass gerade ihre Verlobung gefeiert würde. Ihr wurde der Mann vorgestellt mit dem sie jetzt verlobt war und den sie später heiraten musste.

Wir waren zwölf Kinder; nämlich sechs Mädchen und sechs Jungen. Der älteste Sohn war Heinrich. Er ist mit zwanzig Jahren nach Deutschland ausgewandert Berta wurde nach Heinrich geboren, aber sie starb sehr früh. Sie starb noch in Wolhynien. Beide hab ich nicht mehr gekannt. Als nächster kam Gustav. Er war später im 1. Weltkrieg russischer Soldat. Alwine war das vierte Kind; aber auch sie starb als Kind in Wolhynien noch bevor ich geboren wurde. Das fünfte Kind war Martha und das sechste Ferdinand. Ferdinand starb mit sechzehn Jahren an schwarzen Pocken. Er liegt in Ssewsk begraben. Dann wurde Adolf geboren. Maria war das nächste Kind. Sie verbrannte mit neun Jahren in Minsk, als sie beim Kühe hüten spielte und über das Feuer sprang. Die anderen Kinder kamen über das Feuer - Mariechen schaffte es nicht.

Dann kam der 16.12.1906 und ich wurde geboren. Nach mir wurde Emanuel geboren. Nun kam Elsa zur Welt. Wir nannten sie nur Elli. Sie starb auch als Kind in Minsk. Als letztes Kind wurde Reinhold geboren. Er starb mit drei Jahren an Typhus in Ssewsk. Dort ist er mit Ferdinand begraben.

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Typische Landschaft Provinz Minsk

Die Familie zog 1912 in die Provinz Minsk, wo der Vater ein Grundstück kaufte. Das Land musste erst gerodet werden. Es war eine harte Arbeit die Baumstümpfe auszugraben. Die Arbeit wurde durch das 50 cm hohe Heidekraut erschwert. Auch lebten in dem hohen Heidekraut viele giftige Schlangen.

Die Eltern und die größeren Kinder bauten die Wirtschaft allein auf. Während des Aufbaus wohnten wir im Gemeindehaus. Die Wirtschaft lag in einer deutschen Kolonie. Für den Bau von Stall, Haus und Scheune, wurde nur Holz verwendet und das wurde selbst bearbeitet. Wir kauften uns Vieh und betrieben Landwirtschaft. Nach 2 Jahren - also 1914 - war der Aufbau völlig beendet. Dann kam der 1. Weltkrieg. Gustav wurde russischer Soldat und Heinrich wurde deutscher Soldat.

Im August 1915 wurden alle Deutschen aus der Kolonie vom Zaren verjagt. Man trieb uns ohne Ziel nach Tiefrussland. Wir fuhren mit dem Fuhrwerk in einem langen Treck nach Retschitz. Dann ging es weiter über den Dnepr nach Gomel. Als wir in Gomel ankamen, war es schon Oktober. In Gomel war es bereits sehr kalt und das Futter für die Pferde wurde alle. Meine Eltern verkauften die Pferde und das Fuhrwerk. Die zaristische Polizei trieb uns immer weiter. Die russischen Bauern mussten uns weiter fahren und so fuhren wir von Ort zu Ort.

Es war schon sehr kalt in den Nächten, aber wir mussten noch im Freien übernachten. Eines Tages wurden wir in einer Einöde abgesetzt. Unsere Mutter hatte die Betten noch immer mitgehabt. Das war unser Glück; da die Nacht sehr kalt war. Wir Kinder wurden abends in die Betten eingepackt. Die Wölfe blieben fern, da wir die ganze Nacht ein Feuer brennen ließen. Wir waren sehr erschöpft und schliefen daher fest. Als wir am Morgen aufwachten, waren wir völlig eingeschneit. In Ssewsk kamen wir in einer Scheune unter, in der sich noch viele andere deutsche Flüchtlinge befanden. Wir blieben bis Weihnachten in der Scheune.

Da viele hundert Menschen hier waren, gab es viele Krankheiten. Es war sehr kalt und viele Menschen starben. Wir waren zum Glück gegen Pocken geimpft, denn zu hause in der Wirtschaft, kam öfter ein Arzt der uns impfte. Ferdinand konnte nicht geimpft werden, da er krank war als der Arzt kam. Die Impfung wurde auch nicht nachgeholt, da man sie nicht für so wichtig hielt. So kam es, dass Ferdinand schwer an Pocken erkrankte. Als es schlimmer wurde, sagte er eines Abends zu unserer Mutter. "Warum hast du mich nicht impfen lassen? Warum muss ich jetzt sterben?" Bald darauf starb er. Unsere Mutter machte sich schlimme Vorwürfe, dass sie am Tod des erst sechzehn jährigen Sohnes schuld sei.

Aber ein Unglück kommt bekanntlich selten allein und so kam es, dass kurze Zeit später der Tod bei uns wieder eine Lücke riss: der erst drei jährige Reinhold erkrankte an Typhus und starb. Beide Brüder liegen in Ssewsk begraben.

Dann bekamen wir Quartier in einem festen Wohnhaus mit Heizung. Die Besitzer stellten uns das Haus zur Verfügung, da sie noch ein Haus besaßen, in dem sie wohnten. Acht Familien mussten sich sechs Zimmer teilen. Wir teilten unser Zimmer mit noch einer Familie. Da es recht eng war, schliefen wir auf dem Fußboden. Alle anderen Flüchtlinge wurden auch in privaten Häusern untergebracht.

Da es keinen Brunnen in Ssewsk gab, wurde das Wasser ausgefahren. Brennholz bekamen wir geliefert und so brauchten wir nicht frieren. Die Bauersfrauen brachten uns die Milch bis ins Haus. Eine Kanne kostete sechzig Kopeken. Auch Mittagessen bekamen wir gebracht. Wir verdienten uns das Geld, indem wir für andere Leute das Holz abschnitten. Wir hatten es warm und Essen hatten wir auch, aber trotzdem starben viele Menschen an Krankheiten.

Im Frühjahr 1916 mussten wir unser Winterquartier verlassen. Die Flüchtlinge suchten sich Arbeit oder zogen allein weiter. Auch wir zogen weiter und kamen privat unter. Mein Vater hatte in einem staatlichen Tierkrankenhaus Arbeit bekommen. Die Russen nannten es "Lischepiutza". Mein Vater und Adolf arbeiteten als Tierpfleger. Das Tierkrankenhaus behandelte große und kleine Tiere, aber nur Pferde und Kühe wurden stationär behandelt. Es ging uns ganz gut und wir hatten auch ein Zimmer beim Krankenhaus. Wir Kinder schliefen auch im Winter, in der Gastwirtschaftskammer. Es gab keine Heizung.

Der Chefarzt war Soldat. Seine Frau hielt sich für sehr vornehm. Wenn sie baden ging, musste ich ihr die Tasche mit der Seife, dem Handtuch und dem Badeanzug durch die Stadt hinterher zu Fuß tragen. Die Frau zog sich dann in einer Umkleidekabine um und ging baden. Ich saß am Ufer und sah zu. Wenn die Frau aus dem Wasser kam und sich umgezogen hatte, musste ich ihr die Tasche wieder zurück tragen. Zu hause bekam ich von der Frau einen Rubel. Das war damals viel Geld. Den Rubel gab ich meiner Mutter und so trug ich auch zur Ernährung der Familie bei.

Meine Mutter arbeitete ebenfalls. Sie wusch die Wäsche der Ärzte. Da die Bauern das Futter für ihre Tiere selbst zum Tierarzt heranschaffen mussten, brachten sie uns oftmals etwas zum Essen mit. Das war 1916 und ich war neun Jahre alt.

Alle Flüchtlingskinder durften zur Schule gehen. Es gab nur Lehrerinnen, denn die Lehrer waren Soldaten. Die Frauen gaben sich viel Mühe und es wurde nicht geprügelt. Wir wurden in Deutsch, Russisch, Schreiben, Lesen, Rechnen und Religion unterrichtet. Ich ging von 1916 bis 1917 hier zur Schule.

Vom Krieg haben wir kaum etwas gemerkt; nur die Männer waren weg. In der Stadt gab es alles zu kaufen. Der Winter 1916/17 war ein sehr harter Winter und die Temperaturen gingen bis unter -30°C. Es lag über einem Meter hoch Schnee.

1917 war dann die Revolution. Viele Geschäfte wurden geplündert und viel wurde kaputt geschlagen. Beamte wurden abgesetzt und neue Kräfte kamen ins Stadtparlament. Alle deutschen Flüchtlinge durften auf ihren Grund und Boden zurück. Einige Familien aus der Kolonie in Minsk schlossen sich zusammen und mieteten einen Eisenbahnwagen, um nach Hause zu fahren. Auch wir fuhren mit nach Minsk.

Als wir zu hause ankamen, bot sich uns ein trauriges Bild. Aber wir hatten noch Glück im Unglück, denn unser Haus stand noch. Die Tür und die Fenster fehlten zwar, aber wir hatten ein Dach über dem Kopf. Unsere Felder waren erstaunlicher Weise bestellt. Das hatten die russischen Bauern getan. Mein Vater, der ja russisch sprechen konnte, verhandelte mit dem Bauern der unser Feld bestellt hatte. Wir halfen ihm bei der Ernte und bekamen dafür einen Teil der Ernte. Wir hatten nun auch einen Vorrat für den Winter. Das Haus reparierten wir. Vieh hatten wir keines mehr.

Mein Vater hatte Arbeit bekommen, aber sie war sehr weit weg. Ein Waldstück wurde abgeholzt, weil man viel Holz brauchte um die russische Eisenbahn zu heizen. Wir zogen mit einigen anderen Familien los. Äxte, Säge und Kochgeschirr nahmen wir mit. Wir, das heißt meine Eltern, Adolf und ich machten sich auf den Weg. Martha konnte nicht mit, da sie ein Baby erwartete. Sie war inzwischen verheiratet. Emanuel blieb bei ihr, weil er für die harte Waldarbeit noch zu klein war.

Als wir zwei Tage zu Fuß gewandert waren, kamen wir endlich an. Doch wir waren enttäuscht, denn es gab kein Haus und kein Dach. Wir haben Bäume gefällt und uns eine Hütte gebaut. Die brauchten wir zum Schlafen und zum Schutz vor Regen. Ein paar Monate haben wir dort gearbeitet und uns Geld verdient. Dann wurde es Herbst und wir gingen wieder nach Hause.

Der Winter 1917/18 war ein kalter Winter, aber für uns auch ein ruhiger Winter, denn wir hatten kein Vieh zu versorgen. Im Frühjahr 1918 begannen wir wieder zu wirtschaften. Mein Vater kaufte zwei Pferde, zwei Kühe und etwas Kleinvieh.

Auf dem Lande merkte man nicht viel von der Revolution, aber dennoch war sie im Gange. Eines Tages kam ein langer Treck auf der Landstraße gefahren. Mein Vater wurde neugierig und ging nachschauen. Nach einer Weile kam er wieder und rief erfreut: "Kinder wisst ihr wer da fährt? Es sind deutsche Soldaten!" Sie haben sich in der Kolonie einquartiert. Der Stab sorgte dafür, dass wir nach Deutschland auswandern konnten.

Einige blieben da, aber die meisten Familien wollten auswandern. Unsere Wirtschaft übernahm ein Russe und er kaufte uns auch die Pferde ab. Unsere Kühe nahmen wir mit. Wir wurden alle auf die Bahn verladen und wir fuhren kostenlos 18 km weiter. Wir kamen in Wassilewitsch an. Es war ein recht langer Zug mit dem wir fuhren. In einem Güterwagen fuhren wir mit unseren Kühen. Auf der einen Seite saßen und schliefen wir, auf der anderen Seite standen die Kühe. Unterwegs hielten wir ein paar Tage und konnten unsere Kühe weiden. So kam es, dass wir ein paar Wochen unterwegs waren.

Hinter der deutschen Grenze hielt der Zug. Wir stiegen aus, um uns die Grenze anzusehen. Wir waren etwas enttäuscht, denn sie war nur mit Stäben markiert. Wir kamen dann nach Königsberg ins Lager. Dort konnten wir uns ausruhen und bekamen Essen. Vierzehn Tage blieben wir in Königsberg. Wir konnten wählen, wohin wir wollten. Wir wollten nach Westpreußen, denn dort lebte mein ältester Bruder Heinrich. Andere Verwandte hatten wir auch dort.

Im Sommer 1918 kamen wir in Westpreußen an. Genauer gesagt auf dem Staatsgut Jastremken bei Vandsburg. Dort arbeiteten 28 Familien. Es waren aber nur drei deutsche Familien die anderen waren Polen. Das Staatsgut hatte deutsche Verwalter. Meine Mutter war sehr enttäuscht, denn es wurde hier fast nur Polnisch gesprochen. Sie sagte: "Ich dachte, dass ich nach Deutschland komme, nun bin ich in Polen!" Meinem Vater machte das nichts aus, denn er konnte fließend Polnisch sprechen.

Wir Kinder gingen mit den polnischen Kindern gemeinsam zur Schule. Die polnischen Kinder konnten akzentfrei Deutsch sprechen. An drei Tagen in der Woche gingen wir hier zur Schule. An den anderen drei Tagen in der Woche unterrichtete der Lehrer im Nachbarort. Nur während der Ernte fiel die Schule völlig aus. Im Winter 1918/19 ging ich mit zur Schule. Herr Hammler, das war unser Lehrer, war sehr streng. Er hat viel mit dem Rohrstock geprügelt. Mich hat er zwar nicht verprügelt, aber ich hatte trotzdem immer Angst. Er lief dann immer über die Bänke und prügelte die Kinder. Auf die polnischen Kinder hatte er es besonders abgesehen. Auch beschimpfte er sie immer als "Polacken". Der Verwalter kam immer auf einem Pferd geritten und er hatte eine Bulldogge bei sich. Sobald er prügelte, biss der Hund.

1919 wurde Westpreußen Polen zugesprochen. Heinrich war im 1. Weltkrieg deutscher Soldat und er fiel in Frankreich. Gustav war russischer Soldat und kam in österreichische Gefangenschaft. Er hatte es dort gut, weil er zwischen den russischen Gefangenen und den Deutschen dolmetschen konnte. Er wurde nicht wie ein Kriegsgefangener behandelt.

Wir wollten nicht in Polen bleiben, weil es uns dort nicht gefiel. In Berlin gab es eine Organisation für Heimkehrer. Diese forderte uns auf, uns zu entscheiden, ob wir in Polen bleiben wollen oder nicht. Alle 12 Familien aus der deutschen Kolonie in Russland wollten auswandern. Jede Familie bekam eine Adresse in Deutschland, bei der sie sich melden sollte.

Wir bekamen eine Adresse in Klein Eichholz bei Storkow. Das war im Sommer 1919. Fünf Jahre blieben wir in Klein Eichholz. Dort arbeiteten wir auf dem Gut. Ich war dreizehn Jahre alt, aber ich ging schon arbeiten. Zur Schule ging ich nicht mehr. Ich stand das ganze Jahr, auch im Winter, um 5.00 Uhr auf und heizte die Gutswohnung und das Arbeitszimmer des Inspektors. Im Laufe des Tages verrichtete ich noch eine ganze Menge anderer Hausarbeiten.

Wir wollten dann einmal woanders hin und gingen nach Philadelphia, auf das Gut Stutgarten, denn dort stand eine Gutswohnung leer. Da es eine Gutswohnung war, mussten wir auf dem Gut arbeiten. Die Wohnung war in unserem jetzigen Haus. Es war für vier Familien gedacht. Der Eingang war die jetzige Speisekammer Unten war für uns Küche und Schlafstube und oben war eine Schlafstube. Das war im Jahr 1924. Ich arbeitete bis 1927 dort und ging dann nach Berlin.

In Berlin fing ich als Hausmädchen an. Ich war in Charlottenburg bei Juden in Stellung. Das waren junge Leute mit dem ein Jahr und vier Monate altem Sohn Eduard. Die Familie besaß sieben Zimmer. Ich führte den Haushalt ganz allein, denn die Frau fuhr den ganzen Tag mit dem kleinen Eduard durch Berlin spazieren. Der Mann arbeitete an der Börse. Es war eine sehr schöne Wohnung und die Küche hatte Terrazzo Fußboden. Ich arbeitete zum ersten Mal mit einem Staubsauger. Ich arbeitete von sieben bis einundzwanzig Uhr.

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Natalie Schulz um 1929

Am 15.09.1929 heiratete ich Karl Gräf aus Philadelphia. Er arbeitete in Spandau auf dem Bau und verdiente dort gut. Wir besorgten uns ein Zimmer und Möbel. Bis 1930 wohnten wir in Spandau, aber dann kam die große Arbeitslosigkeit. Wir gingen wieder zurück nach Stuttgarten in Philadelphia. Hier wurde 1930 Heinz geboren. Aber bevor Heinz geboren wurde, hatten wir nochmals Grund zum Trauern: am 10. Juni verunglückte mein Vater. Er war erst 65 Jahre alt.

Wir arbeiteten bis 1935 auf dem Gut in Philadelphia. Dann verkaufte der Gutsbesitzer an eine Siedlungsgesellschaft das Gut. Diese siedelte zwölf Wirtschaften. Die meisten von den anderen Gutsarbeitern zogen auf ein anderes Gut, denn sie wollten nicht selbständig sein. 1935 wurde Helga und 1937 Hildegard geboren. 1938 wurde das Wirtschaftsgebäude erbaut. Meine Mutter lebte bei uns. Bis zu seiner Heirat wohnte mein Bruder Emanuel bei uns . Wir besaßen 11 Hektar Land und natürlich Kühe, Schweine, Pferde, Schafe und Kleinvieh.

Wir bewirtschafteten unser Land bis 1960. Dann kam die LPG. 1966 wurde ich Rentnerin, aber ich arbeitete noch bis 1968 auf der LPG.

Meine Großmutter Natalie Gräf * Schulz starb 1987 in Philadelphia.